Estriche mit verschiedenen Bindemittel
Als Estrich wird eine Fußbodenschicht aus Mörtel bezeichnet. Diese Schicht kann
sowohl direkt genutzt werden oder sie wird mit einer Beschichtung bzw. einem Oberbelag wie PVC,
Teppich, Fliesen usw. versehen.
Estriche werden zum einen nach den verwendeten Bindemitteln, die dem Mörtel zugesetzt werden,
unterschieden und zum anderen nach ihrer Verlegeart.
Zementestrich (ZE)
Zementestrich ist ein Gemisch aus Zement, Zuschlag (Sand bzw. Kies), Wasser und eventuell Zusatzmitteln,
die je nach Zusammensetzung unterschiedliche Festigkeitsklassen aufweisen.
Er kann für alle Verlegearten eingesetzt werden, als schwimmender Estrich, Verbundestrich
oder als Estrich auf einer Trennlage bzw. Dämmschicht.
Je nach Oberbelag ist ein Reinigungsschliff oder mechanisches Bürsten notwendig, meist ist
eine Behandlung nicht mehr notwendig. Begehbar ist ein Zementestrich bereits nach drei Tagen, seine volle
Belastbarkeit erreicht er nach 28 Tagen.
Eigenschaften:
- hohe Festigkeit
- hohen Abnutzungswiderstand
- gute Griffigkeit
- gute Trittsicherheit
- Wasserundurchlässigkeit
- Beständigkeit gegen säurefreie Fette und Öle
Zementfließestrich (ZFE)
Der Zementfließestrich ist eine Weiterentwicklung des Zementestrichs. Er erleichtert die Verlegung im Bezug auf die Ausnivellierung und reduziert den körperlichen Aufwand bei der Verlegung.
Anhydritestrich (AE) - (Calciumsulfatestrich)
Anhydritestrich ist ein Gemisch aus Anhydritbinder (Bindemittel aus Calciumsulfat),
Zuschlag (Sand bzw. Kies), Wasser und eventuell Zusatzmitteln, die je nach Zusammensetzung
unterschiedliche Festigkeitsklassen aufweisen.
Der Anhydritestrich ist nur für den Innenbereich geeignet, für Feuchträume oder
im Außenbereich ist er nicht zugelassen. Da Anhydritestriche in geringem Maße Wasser
aufnehmen können, solle vor der Verlegung eines Oberbelages eine Grundierung erfolgen.
Als Verlegeart kann er wie bei Zementestrich, schwimmend, im Verbund oder auf einer Trenn- bzw.
Dämmschicht verlegt werden.
Eigenschaften:
- geringes Schwinden
- Empfindlich gegen Feuchtigkeit
- hohe Biegezugfestigkeit
Anhydritfließestrich
Der Anhydritfließestrich weißt zum Anhydritestrich nur den Unterschied auf, dass mit Zusatzstoffen die Fließfähigkeit erhöht wird. Dadurch ist zum Ausnivellierung nur ein "Schwabbeln" notwendig. Nachteil ist allerdings, dass bei der Verwendung einer Trennschicht die Folie thermisch verbunden oder geschweißt werden muss, um ein Eindringen des fast flüssigen Estrichs verhindert wird.
Gussasphaltestrich (GE)
Gussasphaltestrich ist ein Gemisch aus Splitt, Sand und Füller (Steinmehl) sowie
Bitumen als Bindemittel. Seine Verwendung findet er als Estrich auf Trennlage, z.B. bei
Industriefußböden, oder als Verbundestrich direkt auf die Rohdecken von
Gebäuden, z.B. Balkone, Hallenböden und gewerblichen Nassräumen. Einsetzbar
ist er vor allem für große Verkehrsflächen im Innen- und Außenbereich.
Durch die Materialtemperatur bei der Verlegung ca. 230-250°C können große
Wärmespannungen. Deshalb sollte Gussasphaltestrich nur in gut belüfteten
Räumen verlegt werden. Vorteil des Estrichs ist, dass es nach dem Erkalten sofort
begehbar ist.
Die Verlegung ist im Gegensatz zu den vorgenannten Estrichen eine erhebliche körperliche
Anstrengung, da der Gussasphaltestrich nur mit Holzeimern an die entsprechenden Stellen
transportiert und verarbeitet werden kann.
Eigenschaften
- wasserdicht
- wasserfest
- verschleißfest
- elastisch
Magnesiaestrich (ME)
Magnesiaestrich wird aus den Bindemittelkomponenten Magnesiumoxid (kaustischer Magnesia) und
Magnesiumchlorid (wässrigen Magnesiumsalzlösung) sowie anorganischen oder organischen
Füllstoffen hergestellt.
Magnesiaestrich wurde vor allem als Verbundestrich auf Holzbalkendecken verwendet oder in
handwerklicher Arbeit aufgebracht, wobei durch Flammen oder Strukturieren (Marmorstruktur)
anspruchsvolle Beläge hergestellt wurden.
Magnesiaestrich kann auf Beton, Calciumsulfatestrichen, bitumengebundenen Untergründen und
auf Holzbelägen verlegt werden. Allerdings ist er nicht für Nass- und Feuchträume
geeignet. Bei der Verlegung auf Stahlbeton muss eine Sperrschicht eingebracht werden, da durch
den Chloridgehalt die Korrosion gefördert wird.
Magnesiaestrich ist ein Naturprodukt und wird meist ohne Oberbeläge verwendet.
Eigenschaften
- hohe Zähigkeit
- verwendbar ohne Oberbelag
- verwendbar auf Holzfußböden
- geringes Schwinden
- Ableitung elektrostatischer Ladungen
- nicht beständig gegen Wassereinwirkung
- korrosionsfördernd


